Dem stellt sich Nora Osagiobare entgegen: Mit ihrem Debütroman schüttelt sie die Welt der Schweizer Literatur einmal nachhaltig durch.
Das Buch handelt von einer Familie, deren Stammbaum so verworren ist, dass jener der Habsburger im Vergleich ein Klacks ist. Von zwei homosexuellen Männern, die sich beim Sex filmen. Von einem Künstler, der sie danach zeichnet. Und von einer Familie, deren Zwillingstöchter von zwei unterschiedlichen Männern stammen – aber beide nicht vom Ehemann. Sie alle werden in die Verwirrungen einer konservativen Familie hineingezogen. Das Ergebnis ist eine Seifenoper voller Affären, Kaffeesorten und – auf dem Höhepunkt – mit einem Mord. «Daily Soap» schafft die Gratwanderung zwischen literarischem Werk und Komödie. Zum einen macht es sich über die Bünzligkeit der Schweizer*innen lustig, zum anderen bespricht es relevante Themen wie Alltagsrassismus und LGBTQIA+. Das Buch ist wie ein Theaterstück geschrieben und würde sich meiner Meinung nach auch hervorragend für eines eignen. Doch bevor ich dir dieses Buch jetzt vorbehaltslos empfehle, möchte ich noch auf den Hinweis aufmerksam machen, der am Anfang des Buches steht: «Triggerwarnung: In diesem Text wird mehrmals eine Banane gegessen.»
«Daily Soap» umfasst 288 Seiten und wiegt 320 Gramm.
Leo Schreyer lebt mehr in Büchern als in der echten Welt und arbeitet auch in einer Buchhandlung, wenn nicht gerade das Studium ruft.










