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Page Blanche von Céline Brunko, Check out my gravel pit, 2015. www.celinebrunko.ch
Unebene, zerfurchte Hügel, auffällige, stellenweise gar schillernde Farben, keine Vegetation in Sicht, dafür Spuren auf dem Boden, die von Fahrzeugen stammen könnten – oder aber von steten, eigenwilligen Winden. Was sehen wir hier? Eine Sandwüste, isländische Vulkane oder sogar eine Marslandschaft?
Nun, weder noch. Das hier abgebildete Gelände befindet sich ganz in der Nähe von da, wo wir leben: Zu sehen ist eine Kiesgrube im Zürcher Unterland, die 2015 von Céline Brunko fotografiert wurde. Céline arbeitete bis 2020 im Fotozentrum Winterthur und hat da unter anderem das Ausstellungsformat «Passage» der Fotobibliothek mitkuratiert. Bis Anfang 2023 war eine ihrer kollaborativen Arbeiten in der Ausstellung «I, Artist» in der Kunsthalle Winterthur zu sehen. Die Künstlerin beschäftigt sich mit Ressourcen, Materialien und Architektur sowie der Frage, wie wir Menschen unsere zentralisierte Sicht in Bezug auf andere Lebewesen und Materien aufbrechen können. Ab April vertieft sie ihre künstlerische Recherche in der MAK Artist Residenz in Los Angeles.
Bei diesem Bild handelt es sich um eine Momentaufnahme in zweierlei Hinsicht. Einerseits erhalten wir einen Einblick in die Arbeit der Künstlerin, die diese Kiesgrube seit 2015 «begleitet» und dokumentiert hat – fotografisch, filmisch und auditiv. In diesen 8 Jahren konnte Céline beobachten, wie die Grube gewachsen ist. Kies ist einer der wichtigsten Komponenten von Beton, der wiederum in der gebauten Umwelt eine tragende Rolle spielt: In der Industrie sowie in Strassen, Dämmen und den Bauwerken der Städte, in denen wir leben. Andererseits ist das von Céline fotografierte Kies das tektonische Nebenprodukt eines Eiszeit-Gletschers und hat lange Zeit im Untergrund verbracht. Das Bild ist somit zugleich ein Einblick in die geologische Vergangenheit der Erde.
Text: Aleks Sekanić
