Dazwischen die Einsamkeit

Dazwischen die Einsamkeit

Mehrere 10'000 Kinder und Jugendliche wurden von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre in der Schweiz fremdplatziert.

Worte können dieses Grauen kaum beschreiben. Zu Beginn des Buches heisst es:  «Es ist nicht lange her. Die Landschaft trägt die Geschichte in sich.» Nach aussen wirkt alles geordnet – doch vermeintlich idyllische Orte entpuppen sich als angsteinflössende, schrecklich unheimliche Gefängnisse. In der Graphic Novel «Dazwischen die Einsamkeit» tauchen wir in vergangene düstere Welten ein. Bäume sind keine ästhetischen Naturphänomene, sondern werden zu einem Symbol von Unterdrückung und Zwang, während befreiende, endlose Weiten zum Sinnbild für unendlich grosse Hilflosigkeit und Verlassenheit werden. Anhand eindrücklicher Illustrationen, Interviews und Aktennotizen werden die Geschichten von ehemaligen Heimkindern, ihre verlorenen Gefühle und lang verschwiegenen Gewalterfahrungen, aber auch ihre Hoffnungen sichtbar. «Wir lebten nicht in einer farbigen Welt», erinnert sich MarieLies, eines der fünf porträtierten Heimkinder. Das wird durch die schweren dunkelblauen Striche der Illustrationen mehr als deutlich. Mit viel Feingefühl und Sorgfalt verleiht Simone Stolz dem Unbehagen, der Verzweiflung und Machtlosigkeit eine laute, eindringliche Stimme.   

«Dazwischen die Einsamkeit» hat 264 Seiten, wiegt 800 Gramm und wurde zusammen mit Dr. Loretta Seglias und dem Verein «Gesichter der Erinnerung» erarbeitet.

Andrea Frei studiert Soziale Arbeit und liebt es, in Bilderwelten von Simone Stolz einzutauchen.

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