Die Rückkehr der Hexen

Die Rückkehr der Hexen

«Hinter jeder Hexe steht eine Frau, der Unrecht getan wurde», lautet die Prämisse des sich im amerikanischen New Salem des späten 19. Jahrhunderts abspielenden Romans.

Es gab sie mal in den Vereinigten Staaten, die Hexen. Doch das war vor dem grossen Verbrennen und nun existieren sie nur noch in Kinderreimen und Märchen. Das Streben der Frauen nach Unabhängigkeit und Macht hat sich von der Magie in die Politik verschoben, wo sie um das Stimmrecht kämpfen. Das politische Klima ist der Handlungsauslöser für die Geschichte der Schwestern Belladonna, Amaranth und Juniper, die die Zauberei in die Gesellschaft zurückbringen. Alix E. Harrow bringt mit diesem Werk einen intersektionalen Fantasy-Thriller vom Feinsten zu Papier, in dem Feminismus, Rassismus, Queerness, Behinderung und suboptimale Väter deutlich, aber unaufdringlich thematisiert werden. Die Antagonist*innen sind vielschichtig und zeichnen sich nicht nur durch üble Charaktere aus, sondern auch durch Abstrakta wie internalisiertem Sexismus. Zudem gibt es zwei erfrischend gesunde Romanzen und die wohl verwunschenste Bibliothek aller erzählten Welten. Besonders schön sind die kapiteleinleitenden Zaubersprüche, deren Prosodie zum Vorlesen einladen. Wer ein bisschen Ahnung von der Volksmagie der Frühen Moderne hat, wird diese besonders geniessen.

«Die Rückkehr der Hexen» umfasst 752 Seiten und erscheint im Oktober in der deutschen Übersetzung.

Ai-lan Metzger schreibt Flüche gegen das Patriarchat auf Kartonschilder.


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