Die Erfindung des Ungehorsams

Die Erfindung des Ungehorsams

Künstliche Intelligenz und Robotik, Mathematik und Poesie, Schwesternschaft und Intersektionalität – vielfältig sind die Themen und Settings im Roman von Martina Clavadetscher.

Die drei Hauptprotagonistinnen Iris, Ling und Ada bewegen sich in verschiedenen Milieus in unterschiedlichen Zeitepochen und verweben und vernetzen sich durch ihre Verschwisterung und in ihrem Aufbegehren zu solidarischen Bündnissen. Zudem hält der «ungeheuerliche Ungehorsam» Einzug in die Erzählung und zieht sich als roter Faden durch sie hindurch: Immer wieder geht es um das Aufkeimen von neuen, ungehorsamen Gedanken, welche vorherrschende Strukturen und Vorstellungen von Zusammenleben gehörig ins Wanken bringen können. Gleichzeitig wird das Verwischen von Grenzen und Infragestellen von festgelegten Kategorien aufs Tapet gebracht; wie zum Beispiel die Unterscheidung zwischen Mensch und Maschine.
Auf gekonnte Weise verbindet die Autorin lyrische und narrative Elemente zu einer hybriden Textform, die sich jeglicher gattungsspezifischen Einordnung entzieht. Die enge Verschränkung von Form und Inhalt ist das Schöne und Besondere an Martina Clavadetschers Kunstwerk und macht dieses in vielerlei Hinsicht zu einem ungehorsamen Buch.

«Die Erfindung des Ungehorsams» umfasst 288 Seiten und wiegt 412 Gramm.

Muriel Progin lebt in Winterthur und befasst sich gerne mit literatur- und kulturwissenschaftlichen Fragen – ob im Studium, in Gesprächen oder in Lektüreform.

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