Hier, in einer Lage, die etwas unruhig und hektisch ist. Aber all das tritt in den Hintergrund, sobald die Türe sich öffnest und der aromatische Geruch von gebackener Brotkrusten und warmem Zuckers die Eintretenden umhüllt. Hier steht alles im Zeichen der Backkunst.
Die Bäckerei gehört einer gebürtig kroatischen Familie. Das Interieur ist schlicht: einige Barhocker, eine Kaffeemaschine und an den gefliesten Wänden gigantische Brotfotoposter. Mehr braucht es nicht. Der Blick wird ohnehin direkt von der langen Vitrine gefangen, die mit einer Fülle an handgefertigten, goldig-braunen, duftenden Köstlichkeiten gefüllt ist.
Hinter der Theke, hinter den Berlinern, Mohn- und Briochebrötchen, wartet der gut gelaunte Sohn der Familie. Stolz steht er da und erzählt davon wie sein Vater das Bäckershandwerk in verschiedensten Ländern wie Deutschland, Kroatien und Frankreich gelernt hat. Dort hat der Bäcker viele Erfahrungen gesammelt, neue Techniken sowie Rezepte erlernt. Das schmeckt man auch. Sein laminierter Hefeteig gehört zu den besten, die die Bäckereien unserer Stadt zu bieten haben. Er wird zu knusprigen Croissants, Pain au Chocolat und Zimtrollen verarbeitet, die seinesgleichen suchen. Eine besondere Spezialität der Bäckerei ist Börek nach original kroatischem Rezept. Gerollt oder geschichtet gibt es ihn in mit Kartoffeln, Spinat oder Rindfleisch. Auf rustikalen Holzbrettern warten die massigen Stücke darauf, verputzt zu werden. Wer schonmal im Balkan war weiss, «das schmöckt wie dune». Doch Achtung: Einen ganzen Börek allein zu verdrücken kann eine Herausforderung sein. Wer seinen Magen schonen will, kann später aus den Resten mit wenig Aufwand ein neues, köstliches Gericht zaubern: Börek-Gratin.
Dafür das Ei mit einem beliebigen Milchprodukt verquirlen und leicht salzen. Den Börek in mundgerechte Stücke schneiden, fünf Minuten in der Ei-Milch-Mischung fünf Minuten ziehen lassen und anschliessend in einer dünnen Schicht in einer kleinen Bratpfanne oder ofenfester Form geben. Bei 180 °C im Backofen für 20 bis 30 Minuten backen, bis der Gratin durch eine goldene Kruste zusammengehalten wird. Der alte Börek ist wieder innen wieder saftig, aussen knusprig und erwartet dich nun als Teil eines ganz neuen Geschmackserlebnisses.
Diese Technik funktioniert mit allen möglichen alten Backwaren. Altes Brot kann auf diese Weise verwertet werden – zum Beispiel mit Käse, Gemüse oder Bohnen für eine herzhafte Version. Für eine süsse Version ein wenig Zucker in die Eiermischung geben und schon werden Reste von Pain au Chocolat oder Zimtrollen in ein neues Dessert verwandelt. So kannst du deiner Esslust in der Ram 3 Bäckerei freien Lauf lassen – ganz ohne schlechtes Gewissen, denn was übrigbleibt, wird in neue Genüsse verwandelt.
Börek-Gratin:
110 g Börek oder andere Gebäck
30 g Kefir, Joghurt, Milch, Rahm oder beliebiges Milchprodukt
1 Stück Ei
Colin Kofmel kocht und bestellt mit dem Motto: «Reste sinds beste».
Roman Surber empfiehlt zur Verdauung Fenchel-Anis-Kümmel-Tee.
Für das Goûtgoût durchstreift Colin Kofmel Winterthur, um Orte aufzuspüren, an denen man interessante Zutaten findet. Mit einem Rezeptvorschlag lädt er dich ein, es ihm gleichzutun.
Ram 3
Ein brutalistischer Wohnblock. Eine geschäftige Kreuzung. Die grösste Badi der Stadt gleich um die Ecke. Hier findest du eine der neusten Stadtbäckereien: das «Ram 3».

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