Grosse Freiheit

Grosse Freiheit

Es gibt Zeiten, denen trauert man nach, auch wenn man nicht dabei gewesen ist. Eine davon ist für manche Coucouleser*innen und FCW-Fans bestimmt das St. Pauli der 60er-Jahre, der Kiez und die grenzenlose Freiheit, die damals herrschte.

Es wurde ohne schlechtes Gewissen und mit viel Rausch gelebt – das, was in Zeiten des hiesigen Fitness- und Diätwahns unvorstellbar ist. Nostalgiker*innen sei daher der neue Roman von King Rocko Schamoni, den man von seinem Bestseller «Dorfpunks» noch kennt, ans Herz gelegt. Schamoni schreibt aus der Sicht des berühmt-berüchtigten Puffbesitzers Wolli Köhler und weiss genau, was er tut: Viele Jahre betrieb er auf St. Pauli zusammen mit Schorsch Kamerun den legendären «Golden Pudel Club». Nun schafft er dem «Milieu» ein literarisches Denkmal. Keinesfalls hochliterarisch, muss er auch nicht als Urgestein der Hamburger Sub-Kulturszene. Dafür ist der Roman voller popkultureller Referenzen und denkwürdigen Szenen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Moralfrei, unterhaltsam und wehmütig.

 

«Grosse Freiheit» umfasst 256 Seiten und wiegt 372 Gramm.

 

Barbara Tribelhorn ist Co-Präsidentin der Literarischen Vereinigung Winterthur.

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