Arnold Böcklin:Die Toteninsel

Arnold Böcklin:Die Toteninsel

Von Arnold Böcklins Gemälde «Die Toteninsel» gibt es fünf Versionen. Fünfmal Öl auf Holz. So und nicht anders hatte es der 1827 in Basel geborene Maler gewollt. Eines davon ist verschollen und muss von Wolfgang Beltracchi neu gemalt werden.

Ein weiteres hängt heute in Basel, ein anderes im New Yorker Met, die vierte Version in Leipzig. Und die fünfte Variante befindet sich in Berlin und gehörte einst Adolf Hitler. Hitler soll bei seinem Besuch der Piazzale Michelangelo bei Florenz im faschistischen Italien gedankenversunken gegen die Zypressenhaine von Fiesole geblickt haben, um dann wenig später seufzend den berühmt gewordenen Satz – «Endlich, endlich verstehe ich Böcklin» – zu sagen.

Man muss kein brauner Diktator sein, um von Böcklin fasziniert zu sein. Dieses verwunschene Eiland mit seinen hohen, dunklen Zypressen, dazu ein Kahn mit einem quergelagerten Sarg, einer mumienartig in weisse Tücher gehüllte Figur, die mit dem Rücken zum Betrachter von einem Ruderer zur Insel gebracht wird. Das ist alles schrecklich schön genug, rätselhaft und mystisch. Man hört förmlich das leise Geräusch der ins ruhige Wasser tauchenden Ruder beim Betrachten der «Toteninsel». Franz Zelger schildert in seinem schmalen Büchlein, weshalb Böcklins Gemälde zur Ikone, zum Landschafts-Denkmal avancierte. Das ist natürlich alles andere als banal. Doch so viel sei hier schon verraten: Böcklin war Berufspessimist und suhlte sich gerne im Abgesang auf die Kulturen – was ihn geradezu aktuell macht.

 

«Arnold Böcklin: Die Toteninsel» umfasst 384 Seiten und wiegt 131 Gramm.

 

Andreas Hauri ist Redaktor bei delirium: www.delirium-magazin.ch

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