Der spazierende Mann

Der spazierende Mann

Jirō Taniguchi gehört zu meinen Lieblingsmangaka; er war also Zeichner japanischer Mangas, die in Japan den Status einer eigenen Kunst haben. Auch bei uns werden Graphic Novels, also anspruchsvolle, erzählende Comics, immer beliebter.

Taniguchi beherrschte es wie kein anderer Gefühle, Stimmungen und Naturphänomene einzufangen.«Der spazierende Mann» erzählt von einem Paar, das in eine neue Wohnung zieht. Der Mann erkundet die neue Umgebung auf seinen Streifzügen, später wird er von einem Hund begleitet, den seine Frau gefunden hat. Damit ist die grobe Handlung auserzählt – es geht hier nicht um eine actiongeladene Geschichte, sondern um die Flüchtigkeit der Momente.

Immer wieder geht der Protagonist spazieren, denkt nach, beobachtet. Wir folgen seinem wachen Blick für das Kleine und Unscheinbare und erfahren das vermeintlich Alltägliche aus einer völlig neuen Perspektive. Die Stadt, das Dorf und die Natur, die der Protagonist durchstreift, widerspiegeln nicht nur seine Gedanken, sondern werden selbst zu eigenständigen Figuren. Viel passiert also nicht, aber trotzdem hat mich das Buch mit seiner Atmosphäre in den Bann gezogen. Taniguchi zeichnet hier auf wunderschön unaufgeregte Art das einfache Leben und das kleine Glück.

 

«Der spazierende Mann» umfasst 168 Seiten und wiegt 261 Gramm.

 

Patrizia Huber ist Redaktorin bei delirium.

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