Die Hungrigen und die Satten

Die Hungrigen und die Satten

Ein Flüchtlingslager irgendwo in der Mitte von Afrika in der nahen Zukunft: Nachdem er sich neue Turnschuhe gekauft hat, kommt einem Flüchtling über einem Bier die Idee, einfach loszugehen.

Auch wenn die Gefahren gross sind, bringt ihn jeder gegangene Meter näher an sein Ziel, Deutschland, als seine Zeit wartend im Lager zu verbringen. Seine Freunde erklären ihn für verrückt, aber er wird es trotz allen Unwahrscheinlichkeiten schaffen. Möglich machen das glückliche Zufälle: eine junge, erfolgshungrige Moderatorin, die mit einer deutschen Reality-TV-Sendung ins Lager reist, der Produzent dieser Sendung, den nur steigende Einschaltquoten interessieren, ein korrupter Mafiaboss, der die Fäden im Flüchtlingslager zieht und das grosse Geld wittert, und schliesslich die deutsche Politik, die das Problem zuerst hilflos aussitzt, bis es beinahe zu spät ist. So wandert der Flüchtling, gemeinsam mit dem ganzen Lager und einer Fernsehcrew, unter den gebannten Augen Deutschlands los.

Timur Vermes’ zweiter Roman «Die Hungrigen und die Satten» ist ein satirisches Was-wäre-wenn über ein von Migrationsfragen gebeuteltes Europa. Es ist wie bei Mani Matters «Zündhölzli»: Eine simple Idee endet in immer grösseren Verstrickungen – spannend und beunruhigend zu lesen. Und am Schluss gehts um nicht weniger als die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben möchten.

 

«Die Hungrigen und die Satten» wiegt 682 Gramm und umfasst 509 Seiten.

 

Patrizia Huber ist Redaktionsmitglied von delirium.

Die Nachkommende
Lies mal

Viele Stunden verbringt die junge Protagonistin unterwegs – in Zügen, Bussen, zwischen der Heimat in Zagreb, Zürich, ihrem Wohnort, und Paris, wo ihr Geliebter lebt.

Die Reisenden
Die Reisenden
Lies mal

Es ist ein grossherziges und sehr scharfsinniges Buch, das hier empfohlen wird. Es umspannt eine bewegte Zeit, die von den amerikanischen Bürgerrechtsbewegungen bis zur Ära Obama reicht, und bietet…

Glasmurmeln, ziegelrot
Glasmurmeln, ziegelrot
Lies mal

Geschichten sind für «das Kind» in Rühmanns Roman überlebenswichtig. Es stellt sich vor, wie die Schikanen der Betreuerin im Waisenheim, einer «bösen Zauberin», Teil eines Trainings zum Drachentöter…

Hungrige Tastatur
Hungrige Tastatur
Lies mal

Sie ist immer und überall anzutreffen, wenn es nur im Entferntesten etwas mit Buchstaben, Schreiben oder Lesen zu tun hat. Sie ist unsere Stadtkolumnistin für RonOrp. Sie ist einer der…

Was das Leben kostet
Was das Leben kostet
Lies mal

In der ersten Szene beobachtet die Ich-Erzählerin eine junge Frau, die einem älteren Mann in einer Hotelbar erzählt, wie sie beim Tauchen in einen Sturm geriet und ihr niemand half – eine Geschichte,…