Normale Menschen

Normale Menschen

Dieses Buch habe ich eigentlich nur gelesen, weil mich eine Freundin damit beauftragt hat. «Ich muss mit jemandem darüber sprechen können», sagte sie. Nun verstehe ich auch, warum.

Direkt und intensiv erzählt Sally Rooney die Geschichte von Connell und Marianne: zwei junge Menschen, deren Leben verworren sind, die sich immer wieder treffen und die scheinbar nie ganz voneinander loskommen. Sind sie ein Paar oder nur befreundet? Die meiste Zeit wohl irgendetwas dazwischen. Gemeinsam wachsen sie in einer Kleinstadt Irlands auf. Scheinbar völlig verschieden, darf niemand etwas von ihrer Beziehung wissen. Es folgen die Jahre auf dem College und die danach, in denen sie sich weiterhin immer wieder aufs Neue anziehen und abstossen.


Rooney lässt Tabuthemen wie häusliche Gewalt und psychische Gesundheit in ihre Geschichte einfliessen. Mit dem Titel «Normale Menschen» zielt sie wohl darauf ab, diese Tabus zu brechen. Es ist ein Buch, das man erst verschlingen und dann setzen lassen will. Ganz sicher liefert es Stoff für gute Gespräche mit Freund*innen. Und für alle, die lieber gucken statt lesen: 2020 ist zum Buch die gleichnamige Serie erschienen.

 

«Normale Menschen» ist 2020 in der deutschen Übersetzung von Zoë Beck erschienen, umfasst 320 Seiten und wiegt 520 Gramm.

 

Elena Willi ist Studentin, liest und lebt in Winterthur.

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