Sagi

Daheim in der Sagi Hegi

Die Sagi ist das erste Haus der GESEWO. Sie wurde 1992 in der Absicht gegründet, Wohnraum dem spekulativen Markt zu entziehen, wurde selbstverwaltet belebt und altersdurchmischt organisiert.

Es ist einer dieser sonnigen Novembertage, die mit nahezu sommerlicher Wärme entzücken und gleichzeitig verblüffen. Als ich in der Reismühlestrasse 11+13 ankomme, sind einige Bewohner damit beschäftigt, einen Kiesweg rollstuhltauglich zu machen, worauf eine ihrer Mitbewohnerinnen angewiesen ist. Im Garten rupft jemand an einjährig verwelkten Pflanzen. Im Innenhof wird ein Fahrrad in seine Einzelteile zerlegt und sorgfältig geputzt, während Kinder auf dem ganzen Gelände spielend umherspringen. Die beiden langen Gebäude der Siedlung sind durch eine Wiese mit Spielplatz miteinander verbunden. Viele Gemeinschaftsräume, darunter ein Fitness-, Musik- und Bastelraum, eine Lagerkammer für Äpfel und ein Jugendtreff mit Billardtisch bereichern das Leben in der Sagi. Die Miete ist zwar nicht so niedrig, wie es sich die Gründerinnen und Gründer gewünscht hätten, doch die Rückstellung war nötig, um das Projekt langfristig zu etablieren. Dennoch sind sie als Genossenschaft niemals über dem minimal nötigen Kostenniveau gelegen.

Nichtsdestotrotz sind die verschieden grossen Wohnungen der Sagi vielseitig bewohnt. Insgesamt leben 79 Erwachsene und 42 Kinder und Jugendliche in der Genossenschaft, darunter mehrheitlich Familien, aber auch zwei WGs, Paare und einige Einzelpersonen. Obwohl es die typische Sagi-Mitbewohnerin oder den typischen Sagi-Bewohner nicht gibt, dürfte ihr oder ihm Ökologie und nachhaltiges Wohnen am Herzen liegen und sie sollten einen Sinn für die Gemeinschaft haben. Ansonsten ist das Profil wandelbar, und die Kriterien werden der aktuellen Situation angepasst. Mit Hauptaugenmerk auf eine ausgeglichene Generationenmischung ist das Auswahlverfahren Mittel zum Ausgleich. Auch andere Faktoren spielen dabei eine Rolle, momentan bedingt beispielsweise ein Überschuss an Katzen, dass katzenlose Anwärterinnen und Anwärter bevorzugt werden.

Durchschnittlich bleiben die Bewohnerinnen und Bewohner zwischen 15 und 20 Jahre in der Sagi. Einen grösseren Wechsel gab es 2012, als die GESEWO die Nachbarsgenossenschaft Giesserei mit 145 Partien eröffnete. Zum einen waren die Abgezogenen jene Leute, die sich ab dem grösseren Rahmen und der gesteigerten Anonymität erfreuten. Auch einige ältere Mieterinnen und Mieter, die allmählich auf einen Lift angewiesen waren, nutzten die Gelegenheit, in die benachbarte Genossenschaft umzuziehen.

Die Sagi wurde so konzipiert, dass Begegnungsmomente im alltäglichen Leben unter den Bewohnenden gefördert werden. Neben diesen kurzen Treffen auf dem Gang oder in der gemeinsamen Waschküche wird das Zusammenleben durch unterstützende Strukturen untermalt. Es gehört zu den Pflichten eines «Sagianers», sich 25 Stunden im Jahr dem gemeinschaftlichen Leben zu widmen. Wahrgenommen kann diese Aufgabe an einem der vier «Sagi-Tagen», an denen anfallende Arbeiten angegangen werden. Anpacken können die Bewohnerinnen und Bewohner aber auch zu einem anderen Zeitpunkt. Das Engagement in einer Gruppe wird zur Hälfte den obligatorischen Arbeitsstunden angerechnet. Die Arbeitsgruppen für Reparatur, Kompost, Kultur und einige mehr leisten einen grossen Teil zum selbstverwalteten Wohnen. Sie kümmern sich meist eigenhändig um den Unterhalt und ziehen in besonders komplizierteren Fällen eine Fachperson hinzu. Über Beschlüsse wird an den Mitgliederversammlungen debattiert und entschieden. «Verglichen mit den Gründerjahren sind die Diskussionen heute ruhiger und weniger ideologisch», meint Ernst Oehninger, Präsident der Sagi. Es scheint, als hätte die Siedlung in den 25 Jahren seit ihrer Entstehung ihre grobe Form gefunden. Das Zusammenleben läuft geschmeidig, und nur kleinere Debatten führen manchmal noch zu roten Köpfen. So sei etwa die Sonnenstoren-Diskussion hitzig gewesen: Sollen alle Bewohnenden die Farbe ihrer Storen selber wählen können? Ernst Oehninger ist zwar unglücklich mit dem orangenen Endergebnis, sagt aber schmunzelnd, dass ihm solch kleine Eingeständnisse fürs Zusammenleben allemal wert seien.

Daheim im Grienen
Daheim im Grienen
Daheim in

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Daheim am Hügelweg
Daheim am Hügelweg
Daheim in

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Daheim im Pfarrhaus Veltheim
Daheim im Pfarrhaus Veltheim
Daheim in

Für Pfarrer und ihre Familien besteht Residenzpflicht. Das bedeutet bei Antritt einer neuen Stelle immer auch einen Umzug in ein neues Haus: zum Beispiel ins Pfarrhaus Veltheim.

Daheim in der Villa Rosa
Daheim in der Villa Rosa
Daheim in

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